EEG-Marktscreening - Neuauflage 2018
Erneuerbare Energien - unbegrenzt erfolgreich ?

Erneuerbare Energien - den dezentralen Investitionsstau managen

Die Deutsche Anlagen-Leasing bietet als Kompetenzzentrum Energie der Sparkassen-Finanzgruppe Asset-orientierte Finanzierungslösungen für Investitionen zur Erzeugung, Verteilung oder Speicherung von Energie. Im Fokus der DAL stehen dabei die Stadtwerke als regionaler Motor der Energiewende. 





Interview mit Wolf-Rüdiger Stahl,
Bereichsleiter Energie DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG, Mainz 


G.A.M.E.: Herr Stahl, die DAL begleitet seit vielen Jahren Projekte in allen Bereichen von EEG-relevanten Investitionen. Ihr Zwischenfazit als Finanzier und Strukturierer der Energiewende?

Wolf-Rüdiger Stahl: Ehrlich gesagt etwas zwiegespalten. Denn: Die Energiewende ist politisch und gesellschaftlich gewollt.  

"Es gibt leider keinen Masterplan für die Energiewende"

Es gibt aber leider keinen Masterplan, sondern die Märkte werden mit unabgestimmten Anreizsystemen sich selbst überlassen. Obwohl die Energiewende eine Generationenverantwortung ist, verlieren die Erneuerbaren Energien an Aufmerksamkeit und Unterstützung in der Politik der letzten 1-2 Jahre. Der Ausbau wird drastisch limitiert, u. a. durch das Ausschreibungsverfahren bei PV- und Wind-Onshore Projekten. All dies führt zu einem grundsätzlichen Vertrauensverlust von Investoren und Finanziers in den EEG-Markt als solchen. Wir haben das bisher ganz gut hinbekommen, aber das führt bei ‚schwierigeren Themen‘ natürlich zu Herausforderungen.

G.A.M.E.: … schwierig heißt?

Wolf-Rüdiger Stahl:… dass Sie einen Hunsrück-Kamm natürlich nicht mit einer Küsten-Lage in Norddeutschland vergleichen können. Aber Energie in der Mitte und im Süden der Republik eben auch erzeugt werden muss.  

"Wir dürfen die regional Verantwortlichen nicht allein lassen"

Das ist ein Teil des neuen Marktdesigns, dem wir uns insgesamt stellen müssen. Hier dürfen wir die regional Verantwortlichen nicht allein lassen.

G.A.M.E.: Stichwort Regionalität. Wie sehr sehen Sie hier Stadtwerke in der Pflicht?

Wolf-Rüdiger Stahl: Zunächst einmal ist jedes Stadtwerk in EEG-Fragen unternehmerisch autonom, auch was die Investitionstätigkeit und -möglichkeiten angeht.

"Wer soll denn die regionalen Investitionen stemmen, wenn nicht die Stadtwerke?"

Das reicht von der Beteiligung an Kraftwerkscheiben, Solar- oder Windparks bis hin zur Eigeninvestition. Auf der anderen Seite: Wenn ich über regional notwendige Energieinvestitionen spreche, wer soll es denn stemmen, wenn nicht die Stadtwerke? Deren Geschäftsmodell war jedoch über Jahrzehnte maßgeblich auf zentrale Erzeugung und Verteilung ausgerichtet. Hier gibt es jetzt erheblichen Anpassungsbedarf.

G.A.M.E.: Die notwendigen Investitionen sind also die Herausforderung Nummer eins?

Wolf-Rüdiger Stahl: Ja klar, aber die stehen ja nicht für sich alleine, sondern im Kontext mit angespannten kommunalen Haushalten, veränderten Sichtweisen der Banken auf eine Stadtwerkebonität und zunehmend ausgelasteten Bilanzen bzw. steigenden Verschuldungsquoten in vielen Häusern.

G.A.M.E.: Was raten Sie den Stadtwerken?

Wolf-Rüdiger Stahl: Dass sie nicht alles gleichzeitig und mit den gleichen Mitteln versuchen zu lösen. Dort, wo es ausreichend ist, ein Wirtschaftsgut ausschließlich zu nutzen, wie also im Bereich von Kraftwerken, Netzen, oder IT und Smart Metern muss das Stadtwerk ja nicht selbst investieren. Wir bieten hier bilanzneutrale Lösungen an, Projektfinanzierungen, die auf Assets und deren Cashflows abstellen. Das gibt den Stadtwerken auch bilanziell Luft, sich auf die Aufgabe der finanziellen und strategischen Unternehmensentwicklung zu konzentrieren. Und darauf kommt es letztlich an.

G.A.M.E.: Vielen Dank für das Interview.

 

Weitere Informationen zur Deutsche Anlagen-Leasing unter:

www.dal.de